Ist Deutschland bald ein Land der Dicken?

Zur Gewichtsreduktion gehören Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie / Medikamente dienen der Unterstützung.

Immer mehr Deutsche haben Gewichtsprobleme: Über die Hälfte aller erwachsenen Bundesbürger ist zu dick, zwischen 12 und 19 Prozent sind krankhaft fettleibig. Und auch bei Kindern ist ein besorgniserregender Trend zu immer mehr Übergewichtigen zu beobachten.
Mit den überzähligen Kilos nimmt nachweislich das Risiko für Diabetes und Bluthochdruck, für Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs zu. So ist bei Menschen mit einem BMI über 30 die Schlaganfall-Rate im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung verdoppelt (Arch Int Med 2002, 162, 2557).
Und daß Übergewicht die Lebenserwartung reduziert, haben Forscher aus den Daten der Framingham-Studie errechnet (Ann Int Med 2003, 138, 24). Danach haben übergewichtige 40jährige Nichtraucher im Vergleich zu Normalgewichtigen eine um drei Jahre verringerte Lebensspanne; bei Adipositas sind es gar sechs Jahre. Eine aktuelle prospektive Studie hat zudem den Zusammenhang zwischen ausgepägtem Übergewicht und erhöhtem Krebsrisiko klar bestätigt (NEJM 2003, 348, 1625).

Die Indikation für eine Behandlung besteht nach der im April aktualisierten Leitlinie der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG), der Diabetes-Gesellschaft (DDG) und der Gesellschaft für Ernährung bei Patienten mit einem BMI über 30 und bei Patienten mit einem BMI zwischen 25 und 29,9, wenn gleichzeitig übergewichtsbedingte Gesundheitsstörungen oder Erkrankungen, die durch Übergewicht verschlimmert werden, vorliegen, sowie bei abdominalem Fettverteilungsmuster und hohem psychischen Leidensdruck.
Grundlage jedes Gewichtsmanagements sollte ein Basisprogramm sein mit den Komponenten Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie mit dem Ziel einer langfristigen Gewichtsreduktion und Besserung des Gesundheitsverhaltens.

Ob Schwimmen, Radeln, Laufen – mehr Sport ist bei Adipositas ein Muß. Bewegung kurbelt Fettverbrennung an und bessert Verhältnis von Fett- zu Muskelmasse.

Die meisten Deutschen bewegen sich bekanntlich zu wenig und werden dadurch im Schnitt immer dicker. Im Schnitt legen wir nur 400 bis 700 Meter pro Tag zu Fuß zurück.

Das sei ein Grund, warum Personen in den Industrieländern zwischen dem 20. und 60. Lebensjahr im Schnitt 20 Kilogramm zunehmen. Eine Gewichtszunahme um zehn Kilogramm in zehn Jahren bedeutet eine Zunahme von etwa drei Gramm am Tag, was wiederum 20 Kilokalorien entspricht. Diese Menge an Kalorien könne bereits mit nur 2,5 Minuten Jogging am Tag verbrannt werden.
Bereits angesetztes Fett wieder loszuwerden, ist dagegen sehr schwierig. Um meßbar an Gewicht zu verlieren, ist eine tägliche Bewegung in mittlerer Intensität von mindestens 20 Minuten Dauer nötig. Dicke Menschen können sich jedoch gar nicht so viel bewegen, wie nötig ist, um effektiv abzunehmen. Das gelinge nur mit einer Kombination aus Reduktionskost und Bewegung, wobei die Kombination besser sei als eine Diät allein.
Allerdings sei der Anteil des Energieverbrauches, der durch Fettverbrennung gedeckt wird, beim Untrainierten zunächst sehr gering. Nur fünf bis zehn Prozent sind es nach zehn Minuten Bewegung.

Der Rest wird zu Beginn durch Kohlehydratabbau gedeckt. Erst nach 30 Minuten Joggen kommen 30 bis 45 Prozent der Energie aus der Fettverbrennung. Aber jemand, der sich regelmäßig bewegt, bei dem schaltet der Körper früher auf eine relevante Fettverbrennung um.
Mit welcher Sportart begonnen wird, hängt vorwiegend von den Interessen der Betreffenden ab. Beim Joggen ist zu bedenken, daß die Bein-Gelenke beim Landen mit dem 2,5- bis dreifachen Körpergewicht belastet werden. Daher sind Walking oder flottes Wandern eher zu empfehlen. Laufen mit Stöcken, also Nordic Walking, hat den Vorteil, daß noch mehr Muskelgruppen beansprucht werden, die Energie verbrauchen. Geeignet bei Adipositas sind auch Rudern, Schwimmen, Radfahren und Skilanglauf.

Doch nicht allein die Gewichtsnormalisierung ist von Bedeutung, sondern nach Angaben von Professor Aloys Berg aus Freiburg außerdem das Verhältnis von Fett- zu Muskelmasse. Das ist nämlich nur durch Sport günstig zu beeinflussen.

Infos im Internet

Auf der Homepage der Deutschen Adipositas-Gesellschaft lassen sich die Leitlinien zur Prävention und Therapie der Adipositas unter www.adipositas-gesellschaft.de nachlesen.

Unter www.dge.de gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung Ratschläge zur richtigen Ernährung.
Und interessante Infos der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik können Sie finden unter www.ernaehrungsmed.de.

Haben Sie schon einmal den Begriff Rheuma gegoogelt? Angesichts der mehr als zwei Millionen gelisteten Webseiten scheint das Informationsangebot riesig. Doch der Anteil guter, unabhängiger und neutraler Seiten ist eher klein.

Anregungen und hilfreiche Hinweise auf verschiedenste Frage zu Rheuma gibt Ihnen die Linksammlung der Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V.. sMit ihr finden Sie gezielt Informationen im Netz.

Ein Team aus rheumatologischen Fachärzten wählt die Webseiten aus und bewertet sie. Maßgeblich sind dabei die Kriterien: neutral, industrieunabhängig, leicht verständlich und aktuell.

Weitere Informationen finden Sie auch unter: http://www.rheumanet.org/

Zahlen

Fast 3000 Kontaktallergene sind bis heute bekannt. Allerdings kommt nur ein kleiner Teil davon in der üblichen chemischen Umwelt vor, etwa Farben, Kosmetika, Arzneimittel und Schwermetallsalze.
Unter Asthma leiden in der Bundesrepublik Deutschland heute etwa vier Millionen Menschen, also etwa fünf Prozent der Bevölkerung. Die Tendenz bei der heranwachsenden Generation ist steigend: Mittlerweile sind acht Prozent der Schulkinder von der Lungenerkrankung betroffen.
Bis zu 80 Prozent der Asthmatiker haben epidemiologischen Daten zufolge eine allergische Rhinitis und 40 Prozent der Patienten, die an allergischer Rhinokonjunktivitis leiden, haben auch Asthma

Allergisches Kontaktekzem ist noch immer die häufigste Dermatose

Hauptauslöser sind etwa 20 Allergene wie Nickel in Schmuck und Chromat im Leder.

Das Kontaktekzem ist eine häufige Ursache für Berufsunfähigkeit, etwa von Menschen im Friseurhandwerk. Das wohl bekannteste allergische Kontaktekzem – die Nickelallergie – wird durch wiederholte Exposition mit dem Metall, zum Beispiel in Knöpfen an Jeans-Hosen oder in Ohrringen, ausgelöst. Einzige kausale Therapie bleibt die Allergen-Karenz. Orale Histaminika-Therapie kann den Juckreiz stillen. Akute Symptome werden durch feuchte Umschläge und kurzfristige topische Steroidapplikation gelindert.

Das Kontaktekzem ist eine entzündliche Dermatose und mit einem Anteil von 20 bis 30 Prozent aller Hautkrankheiten die häufigste Dermatose. Unter den mehr als 20 verschiedenen Allergenen, die besonders häufig Allergien auslösen, sind Nickelsalze in Schmuck, Uhren und Münzen, Chromat-Ionen in Zement und Leder, Gummi-Chemikalien, Formalin in Desinfektionsmitteln und Textilappreturen, Perubalsam sowie im Friseurberuf verwendete Substanzen und Pflanzenallergene.

Das allergische Kontaktekzem ist eine immunologische Reaktion vom Typ IV, das bedeutet, eine zell- und keine antikörpervermittelte Immunreaktion. Aus diesem Grunde tritt das Ekzem nicht beim ersten Kontakt mit dem Allergen auf, sondern erst nach einer Sensibilisierungsphase, die von der Kontakthäufigkeit und der Allergenmenge abhängt.

Vorrangiges Ziel der Behandlung ist die Heilung des Ekzems. In der Folge muß ein erneuter Kontakt mit dem auslösenden Antigen vermieden werden. Bei ausgeprägten Symptomen ist eine externe Behandlung mit Glukokortikoiden erforderlich. Nach Abklingen des Ekzems, das im Gegensatz zum atopischen Ekzem (Neurodermitis) dadurch rasch abheilt, wird die Haut mit seifenfreien Syndets (pH-Wert zwischen 5 und 6,5), adstringierenden und rückfettenden Bädern und etwa mit einer Basis-Creme gepflegt.

Zeitlich begrenzt können zur Linderung der Symptome auch orale Antihistaminika verabreicht werden. Für weitere lokale Maßnahmen sind Gerbstoff- und Teerpräparate geeignet. Speziell bei Juckreiz helfen Externa mit Lokalanästhetika.

Infos im Internet

Umfangreiche Infos zu Allergien, Asthma, aber auch zur Gesundheitspolitik finden Sie beim Allergie und Asthmabund: www.daab.de sowie bei
www.allergien-ratgeber.de
www.allergieinformationsdienst.de

Bleibt das Auge trocken, helfen künstliche Tränen

Was sich wie ein lästiges Staubkorn im Auge anfühlt, kann zu schweren Hornhautgeschwüren führen. Deshalb ist ein trockenes Auge eine ernstzunehmende Erkrankung, bei der die fehlende Tränenflüssigkeit durch künstliche Tränen ersetzt werden muß.
Die Ursachen für trockene Augen sind vielfältig: Angefangen bei trockener Heizungsluft über Computerarbeit und Zigarettenrauch bis zu systemischen Erkrankungen ist alles dabei. Doch ein intakter Tränenfilm über der Hornhaut ist für die Versorgung der Hornhaut und den Schutz vor Fremdkörper und Entzündungen unumgänglich.

Patienten mit trockenen Augen klagen über Jucken, Rötung, Fremdkörpergefühl, Lichtempfindlichkeit, müde und geschwollene Augen. Werden die Augen dieser Patienten mit der Spaltlampe untersucht, fällt der defekte Tränenfilm durch eine veränderte Lipidschicht und vermehrte kleine Partikel auf.
Für den Ersatz der fehlenden Tränen steht ein ganzes Sortiment an Tränenersatzstoffen als Tropfen, Gele oder Salben aus verschiedenen Wirkstoffklassen zur Verfügung.

Infos im Internet

Unter www.augenstern-ev.de informiert der gleichnamige Verein über Sehstörungen bei Kindern.
Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands www.augeninfo.de gibt sowohl für Ärzte als auch Patienten Informationen rund ums Auge.

Phytopharmaka fördern die Genesung

Wirksamkeit mehrerer Präparate bei Sinusitis und Bronchitis in Studien belegt

Mit Hausmitteln und symptomatischer Therapie können Erkältungssymptome gut gelindert werden. Dabei haben sich vor allem auch Phytopharmaka bewährt.
Bei ersten Anzeichen einer Erkältung empfiehlt Dr. Reinhard Probst aus München Fußbäder und schweißtreibende Tees, wie Lindenblüten- oder Holundertee. Auch hat sich nach Angaben des Arztes für Naturheilverfahren der Einsatz immunmodulierender Pflanzenextrakte wie Echinaceae pallida und E. purpurea oder Eleutherococcust bewährt. Extrakte aus Thuja occidentalis, Echinaceae purpurea et pallida und Baptisia tinctoria sind besonders wirksam bei Rhinitis und Bronchitis.

Viele Phytopharmaka steigern die Sekretolyse, führen zur Abschwellung der Nasenschleimhaut und zur Keimhemmung und vermindern die Entzündung. Nasenspülungen, Inhalation mit Kochsalzlösungen oder Phytopharmaka können die Symptome lindern.
Nach Angaben von Probst ist die Wirksamkeit mehrerer Phytopharmaka bei Sinusitis durch Studien abgesichert. So bei: Extrakt aus Sauerampferkraut, Eisenkraut, Enzianwurzel, Holunderblüten und Schlüsselblumen, Destillat aus Eukalyptus- und Citrusöl, Extrakt aus Pelargonium reniforme / sidoides.
Bei trockenem Reizhusten empfiehlt Probst, schleimhaltige Pflanzenextrakte, etwa aus Spitzwegerich, Huflattich und Wollblume. Mit pflanzlichen Expektoranzien wird versucht, bei produktivem Husten zähen Schleim zu lösen. Diese Expektoranzien enthalten zum Beispiel ätherische Öldrogen wie Thymian oder Anisöl, oder Saponindrogen wie Efeu, Süßholz- und Primelwurzel.

Tips zur Therapie mit Homöopathika bei Erkältungen

Viele Patienten fragen bei Erkältungen oft gezielt nach homöopathischen Arzneimitteln. Die Mittel sind besonders im frühen Stadium der Infektion zu empfehlen.
Besonders bei Kindern mit fieberhaften Erkältungen lassen sich die Abwehrkräfte durch homöopathische Komplexmittel unterstützen. So schwächt etwa eine Kombination aus blauem Eisenhut (Aconicum), gelbem Jasmin (Gelsemium), Brechwurz (Ipecacuanha), roter Zaunrübe (Bryonia), durchwachsenem Wasserhanf (Euphatorium) und Phosphor die Symptome ab.

Je nach Symptom helfen spezielle Zubereitungen. So rät Dr. Manfred Wiesenauer aus Weinstadt zur Anregung des Nasensekretes Luffa D6 viermal eine Tablette, und zwar im Wechsel mit Cinnabaris D4 viermal eine Tablette pro Tag. Bei unproduktivem Husten wirkt Rumex (Ampfer) D6 viermal eine Tablette.
Bei produktivem Husten ist Antimonium tartaricum D6 viermal eine Tablette empfehlenswert

Übrigens

…daß die Influenza-Impfung alten Menschen bei Grippe-Wellen das Leben rettet, ist jetzt in einer niederländischen Studie mit 21 000 Probanden ab 64 Jahre bestätigt worden. Bei einer leichten Grippe-Epidemie kam dabei ein verhinderter Todesfall auf 400 Impflinge (Arch Intern Med 163, 2003, 1089).

Infos im Internet

Empfehlungen zum Beispiel zur „Prophylaxe und Therapie von bronchialen Infektionen“ können von der Internetseite www.atemwegsliga.de der Atemwegsliga heruntergeladen werden.

Empfehlungen zur Antibiotikatherapie und Daten zu Resistenzentwicklungen gibt es auf der Internetseite der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie www.p-e-g.de.

Unter www.influenza.rki.de finden sich im Winter der aktuelle Index von Erkältungskrankheiten, und die aktuellen Influenza-Impfstoffempfehlungen.
Aktuelles zu Tbc findet sich beim Deutschen Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose unter www.pneumologie.de

Beratung plus Arznei befreit vom Rauchen

Erfolg mit Nikotinersatz und Bupropion / Verhaltenstherapie bringt weiteren Nutzen

Die Raucherentwöhnung gilt als die wichtigste Maßnahme bei Patienten mit COPD. Mit Verhaltenstherapie sowie durch Nikotinersatztherapie oder Bupropion läßt sich die Erfolgsquote deutlich steigern.

In den Leitlinien der Deutschen Atemwegsliga wird betont, daß alle derzeit verfügbaren Formen der Nikotinersatztherapie – Kaugummi, Spray, Pflaster oder sublinguale Tablette – zu höheren Langzeiterfolgen führen als die alleinige nichtmedikamentöse Entwöhnung
In Kombination mit verhaltenstherapeutischen Programmen kann die Effektivität weiter gesteigert werden. Die Kombination aus ärztlicher Beratung, Raucherentwöhnung in einer Gruppe unter Einschluß von Entwöhnungstechniken und Nikotinersatztherapie führte nach einem Jahr bei 35 Prozent der Patienten und nach fünf Jahren bei 22 Prozent zum Verzicht auf Tabakkonsum.

Ein weiterer Therapieansatz ist die Raucherentwöhnung mit Bupropion, einem selektiven Wiederaufnahmehemmer für die Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin. Diese Medikation nutzt offenbar auch entwöhnungswilligen COPD-Patienten, Rauchern also, die meist älter sind als der Durchschnittsraucher und auch stärker rauchen.

In einer Studie erhielten 204 Patienten mit leichter bis mittelschwerer COPD für zwölf Wochen Bupropion und 200 Patienten zum Vergleich Placebo (In/Fo/Neurologie & Psychiatrie 4, 2002, 227). Drei Monate nach dem Ende der Therapie waren in der Verumgruppe noch 32 Patienten abstinent, in der Placebogruppe nur noch 18.

Seit kurzem gibt es eine neue Option zur Niktotinersatztherapie: Die Lutschtabletten sind in den Wirkstärken mit 2 und 4 mg erhältlich. In einer Studie mit 1818 Rauchern in der Entwöhnung konnte die Aufhörquote mit der Lutschtablette verdreifacht werden.

Sport schützt Kranke vor immer stärkerer Atemnot

Außer Raucherentwöhnung ist regelmäßige sportliche Betätigung die wichtigste nicht-medikamentöse Maßnahme für Patienten mit COPD. Die Kranken sollten zur Bewegung motiviert und auf Lungensportgruppen hingewiesen werden.

Das hat Professor Heinrich Worth aus Fürth bei einer Veranstaltung der Deutschen Atemwegsliga in Bad Reichenhall betont. Regelmäßiges körperliches Training sei für COPD-Patienten wichtig, um den Teufelskreis aus Atemnot und körperlicher Schonung früh zu durchbrechen.
Atemnot bei Anstrengung verleite die Patienten dazu sich körperlich zu schonen. Kondition und Muskelkraft schwänden dadurch immer mehr. Folge: Die Atemnot trete bei immer geringerer Belastung auf, so Worth.

Patienten mit leichtgradiger COPD seien am besten in einer Lungensportgruppe aufgehoben, sagte der Pneumologe. Patienten mit mittelgradiger Erkrankung seien dort oft schon überfordert und sollten zumindest am Anfang an einer ambulanten Rehabilitations-Sportgruppe teilnehmen.

Worth: „Gibt es vor Ort keine Lungensportgruppen, kann das für engagierte Hausärzte und Patienten Anlaß sein, eine Gruppe zu gründen.“ Die Deutsche Atemwegsliga kann Interessierten bei einem solchen Vorhaben helfen. Weitere Informationen hierzu gibt es auch bei der Arbeitsgemeinschaft Lungensport Hamburg, und zwar im Internet unter www.lungensport.org.

Infos im Internet

Unter www.atemwegsliga.de kann man die aktuelle Leitlinie der Deutschen Atemwegsliga und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie zur Diagnostik und Therapie bei COPD einsehen. Über www.pneumologie.de kommen Sie an vier Websites mit fachspezifischen Informationen, und zwar an die Deutsche Lungenstiftung, den Bundesverband der Pneumologen, die Deutsche Atemwegsliga und an die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie.

Johanniskraut-Extrakte – Wirksamkeit gut belegt

Hilfe bei leichten und mittelschweren Depressionen / Standardisierte Phyto-Präparate werden gut vertragen

90 Prozent der Patienten, die an depressiven Störungen leiden, haben eine leichte oder mittelschwere Depression und werden von niedergelassenen Kollegen behandelt. Gute klinische Wirksamkeit und ein günstiges Verträglichkeitsprofil hat bei solchen Patienten die Therapie mit hochdosierten, standardisierten Johanniskraut-Präparaten.

In mehr als zwanzig Placebo-kontrollierten Studien vorwiegend mit ambulanten Patienten ist eine gute antidepressive Wirksamkeit hochdosierter, standardisierter Johanniskraut-Präparate bei leicht bis mittelschwer depressiven Patienten nachgewiesen worden. In einer Metaanalyse der Arbeitsgruppe von Professor Gregor Laakmann von der Psychiatrischen Universitätsklinik München von Placebo-kontrollierten Studien sind im Vergleich zu Placebo signifikant höhere Ansprechraten bei den mit Johanniskraut behandelten Patienten erzielt worden.

Die Wirksamkeit von Hypericum-Extrakten im Vergleich zu der Wirksamkeit mehrerer synthetischer Antidepressiva bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Depression ist in mehr als zehn Verum-kontrollierten Studien untersucht worden. Im Vergleich zu tri- und tetrazyklischen Antidepressiva in und zu selektiven Serotoninwiederaufnahme-Hemmern haben sich standardisierte und ausreichend hoch dosierte Johanniskraut-Präparate als ähnlich wirksam erwiesen wie synthetische Antidepressiva.

Anders als bei diesen ist bei Johanniskraut-Präparaten keine einschleichende Dosierung notwendig. Auch bei Johanniskraut-Extrakten setzt die Wirkung erst zwei bis drei Wochen nach Beginn der Therapie ein. Sprechen die Patienten auf die Behandlung nicht an, sollte nach vier Wochen eine Umstellung auf ein anderes Präparat, zum Beispiel ein synthetisches Antidepressivum, erwogen werden.

Nach Abklingen der depressiven Symptomatik sollte das Johanniskraut-Präparat bei Erstmanifestation mindestens ein halbes Jahr, bei rezidivierenden Phasen auch länger eingenommen werden, so Laakmann.

Bei Johanniskraut-Extrakten kann es zu einer Photosensibilisierung kommen, und es ist auf mögliche Interaktionen mit anderen Pharmaka zu achten. Alles in allem gesehen, haben Johanniskraut-Extrakte ein sehr günstiges Wirkungs-/Nebenwirkungsprofil. (Rö)

Infos im Internet

Umfängliche Informationen bietet ihnen die im Frühjahr 2008 durch das Kompetenznetz Depression, Suizidalität und das daraus entstandene Deutsche Bündnis gegen Depression sowie engagierte Privatpersonen mit Unterstützung des Universitätsklinikums Leipzig AöR ins Leben gerufene Stiftung Deutsche Depressionshilfe (www.deutsche-depressionshilfe.de).

Spielen und Lesen halten das Hirn auf Trab

Regelmäßiges Hirntraining beugt Alzheimer-Demenz vor. Das haben unter anderen zwei Studien mit mehr als 1200 Menschen ergeben.
Besonders vor Demenz schützen Tätigkeiten, bei denen das Gehirn ständig neue Informationen verarbeiten muß.
Das ist zum Beispiel bei Gesellschaftsspielen wie Schach oder Kartenspielen der Fall, aber auch beim Lesen, Radiohören oder Fernsehen. Auch Musizieren und Tanzen fordern das Gehirn.

Manchmal hilft Musik, manchmal nur eine Arznei

Aggressionen der Kranken gehören zu den Demenz-Symptomen, die Angehörigen arg zu schaffen machen.
Vier von fünf Demenz-Patienten bekommen im Verlauf ihrer Krankheit psychische Störungen oder ihr Verhalten wird auffällig. Häufig sind dabei Antriebsarmut und Unruhe. Aber auch über Aggressivität, Wahnvorstellungen wie Bestehlungs- und Verfolgungswahn, Halluzinationen sowie über Depressionen und Angst berichten Angehörige oft.

Solche nicht-kognitiven Symptome sollten immer ernst genommen werden. Nicht selten sind sie nämlich Anlaß dafür, daß die Patienten in ein Pflegeheim kommen.

Treten nicht-kognitive Symptome auf, sollte zunächst versucht werden, ihre Ursache zu finden. Ständiges Schreien zum Beispiel kann auch einmal ganz simpel auf Schmerzen, etwa auf Zahnschmerzen, zurückzuführen sein.

Bleibt die Suche nach einer leicht behebbaren Ursache erfolglos, macht es Sinn, die Möglichkeiten nicht-medikamentöser Maßnahmen zu klären, bei Schlafstörungen und nächtlicher Unruhe etwa für einen strukturierten Tagesablauf zu sorgen, bei Aggressivität eine Musiktherapie zu starten oder auch für psychotherapeutische Interventionen zu sorgen.

Infos im Internet

www.deutsche-alzheimer.de ist die Adresse der Deutschen Alzheimer Gesellschaft und www.hirnliga.de die der Hirnliga.
Infos zum Thema Demenz hält auch die Deutsche Seniorenliga bereit: www.dsl-alzheimer.de.
Internationale Literatur zu Demenz wird unter www.alzheimer-forschung.de von der Alzheimer Forschung Initiative vorgestellt.
Infos zu Memorykliniken, Selbsthilfegruppen oder Beratungsstellen bietet das Alzheimerforum www.alzheimerforum.de

Eine Kost mit Phytosterinen, Ballaststoffen und Nüssen senkt LDL-Wert um 30 Prozent

Eine Ernährungsumstellung ist nach wie vor die Basis, um hohe Cholesterinwerte zu senken. Allein auf cholesterinreiche Nahrung zu verzichten, bringt jedoch nicht viel:

Eine Kost, die reich an Phytosterinen, Ballaststoffen und ungesättigten Fettsäuren ist, kann dagegen den LDL-Wert um bis zu 30 Prozent reduzieren.
So hemmen Phytosterine wie β-Sitosterol und sein Derivat β-Sitostanol die Resorption von Cholesterin im Darm. Die Substanzen kommen in Pflanzenölen, Samen, Nüssen, Gemüse und Obst vor. Inzwischen werden sie als Fettsäureester pflanzlicher Margarine beigemischt.

Wer sich solche Margarine aufs Brot streicht, kann damit seine Cholesterinwerte um etwa zehn Prozent reduzieren. Mit Magarine, die nur reich an ungesättigten Fettsäuren ist, schafft man dagegen nur eine LDL-Senkung von fünf Prozent (Eur J Clin Nutr 57, 2003, 170).

Doch letztlich kommt es auf die Mischung an: So konnte in einer Studie mit 55 Patienten eine Diät, die pro 1000 kcal Nahrung 1g Phytosterine in Form einer speziellen Magarine, 11 g Ballaststoffe, 22 g Sojaprotein sowie 14 g Mandeln enthielt, den LDL-Wert nach einem Monat um 29 Prozent senken.

Auch Fischöl kann die Blutfettwerte verbessern. Es senkt vor allem den Triglyzeridspiegel und wirkt antiarrhythmisch. Die im Fischöl enthaltenen Omega-3-Fettsäuren konnten in der GISSI-Studie mit über 11 000 Patienten die kardiovaskuläre Mortalität nach eine Herzinfarkt um 30 Prozent senken.

Blutfettwerte alle zwei Jahre messen

Seinen Cholesterinwert sollte jeder erwachsene Mensch kennen – und ihn mindestens alle zwei Jahre bestimmen lassen, rät die Lipid-Liga. Die Liga empfiehlt eine Erstmessung des Gesamtcholesterins spätestens ab dem zehnten Lebensjahr. Gibt es eine positive Familienanamnese für eine KHK oder eine Familiäre Hypercholesterinämie (FH), auch schon früher.

Grundsätzlich gilt ein Gesamtcholesterinwert von unter 200 mg/dl als normal. Bei Personen, die unter diesem Wert liegen und die kein erhöhtes KHK-Risiko haben, müssen die Blutfettwerte nicht weiter aufgeschlüsselt werden. Bei allen anderen Patienten ist auch eine Bestimmung der LDL-, HDL- und Triglyzeridwerte nötig.

Der LDL-Wert wird in der Regel berechnet. Als normal gelten Triglyzeridwerte bis maximal 200 mg/dl (2,3 mmol/l) und HDL-Werte von mindestens 35 mg/dl (0,9 mg/dl). Zudem sollte das Verhältnis von LDL- zu HDL-Wert unter 4 liegen, bei weiteren Risikofaktoren unter 3. (mut)

Infos im Internet

Ein umfangreiches Angebot zu Fettstoffwechselstörungen bekommen Sie über www.lipid-liga.de , die Web-Seite der Lipid-Liga. Dort gibt es Tips zu Diagnose und Therapie, sowie Veranstaltungshinweise.

Phytotherapie ist eine gute Option bei Wechseljahrs-Symptomen
Gute Wirksamkeit und Verträglichkeit bei mehr als 2000 Frauen bestätigt

Viele Frauen in der Postmenopause haben nur leichte bis mittelschwere klimakterische Beschwerden. Bei solchen Patientinnen genügt meist eine Phytotherapie, etwa mit einem Extrakt aus der Traubensilberkerze.

Extrakte aus dem Cimicifuga-Wurzelstock enthalten Phytoöstrogene. Sie ähneln in ihrer Struktur den Östrogenen und entfalten östrogenartige Wirkungen. „Solche Arzneimittel sollten die Patientinnen aber mindestens drei Monate lang einnehmen, bevor sie meinen, die Behandlung lindert die Beschwerden nicht ausreichend“, empfiehlt die Gynäkologin Dr. Friederike Siedentopf von den DRK-Kliniken Westend in Berlin. Es sei wichtig, daß die Patientinnen gleich zu Beginn der Behandlung darüber informiert würden, daß bei Phytotherapeutika mit einem Wirkungseintritt erst nach vier bis sechs Wochen zu rechnen ist.
Die Effektivität und die gute Veträglichkeit der Phytotherapie bei klimakterischen Beschwerden sind jetzt in einer Anwendungsbeobachtung bei über 2000 Frauen bestätigt worden: Sie wurden aufgrund klimakterischer Beschwerden sechs Monate lang mit einem Traubensilberkerzenpräparat oder der Kombination aus einem Traubensilberkerzen- und einem Johanniskraut-Extrakt, behandelt. Nach drei Monaten hatten sich klimakterische Symptome wie Hitzewallungen, Schwitzen, Nervosität, Reizbarkeit und depressive Verstimmung deutlich verringert. Beide Präparate wurden von den meisten Patientinnen gut vertragen. (ikr)

Mönchspfeffer hilft Frauen mit Brustschmerzen

Blähungsgefühl, Brustspannen, Depressionen, Gereiztheit und Kopfschmerzen – diese typischen Beschwerden des prämenstruellen Syndroms (PMS) müssen nicht sein. Es gibt effektive Therapien.

Vermehrte körperliche Aktivität sowie eine Ernährungsumstellung wie Fettreduktion und Erhöhung des Kohlenhydratanteils können PMS-Symptome wie Mastodynie und Ödemneigung deutlich mindern. Bei Frauen mit leichter bis mittlerer Ausprägung der Beschwerden sind auch Phytopharmaka, die Mönchspfeffer (Vitex agnus castus) enthalten, effektiv. Mit dem Extrakt werden bereits nach relativ kurzer Zeit viele Frauen dauerhaft beschwerdefrei, so die Erfahrung von Dr. Astrid Blank aus Heidelberg.

Vitex agnus castus steht auch als Homöopathikum zur Verfügung:Agnus castus D1 gilt als hochwirksam bei Mastodynie. Bei Patientinnen mit PMS, die vor allem unter depressiven Verstimmungen und Verhaltensstörungen leiden, hat sich die Behandlung mit Johanniskraut bewährt.

Wussten Sie schon

Frauen, die bereits in jungen Jahren Depressionen entwickeln, möglicherweise früher in die Menopause mit all ihren Folgeerscheinungen wie Osteoporose oder KHK. Das ist das Ergebnis einer Studie US-amerikanischer Forscher, in der 332 Frauen mit und 644 Frauen ohne Depressionen in der Anamnese zwischen dem 36. und 45. Lebensjahr untersucht wurden (Arch Gen Psychiatry 60, 2003, 29).

Regelmäßiger Sport steigert in der Postmenopause nicht nur das allgemeine Wohlbefinden, sondern es ist auch gut fürs Herz. Es gibt nun erneut Hinweise, daß mindestens 2,5 Stunden Walking oder eine intensivere körperliche Aktivität wie Tennis oder Joggen pro Woche das Risiko verringern.

Infos im Internet

Unter www.bvf.de können Sie nachlesen, was der Berufsverband der Frauenärzte etwa zum Thema Menopause zu sagen hat. Unter dieser Adresse gibt es außerdem wichtige Informationen über Kongresse, die sich mit gynäkologischen Themen befassen.
Eine weitere gute Internet-Adresse, wenn es um Frauenleiden geht ist die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: www.dggg.de

Vibrationen steigern Erfolg

Der Nutzen des herkömmlichen Beckenbodentrainings bei Streß-Harninkontinenz läßt sich steigern, wenn die Patientinnen zusätzlich ein Vibrationstraining machen. Durch die Kombination beider Verfahren können wesentlich mehr Frauen von ihrer Harninkontinenz befreit werden.

Beim Vibrationstraining stehen die Patientinnen auf einer Platte mit einem Elektromotor, dem Galileo 2000. Es werden damit so rasche Vibrationen erzeugt, daß es unwillkürlich zu Muskelkontraktionen kommt. Unter Anleitung eines geschulten Arztes oder Physiotherapeuten kann gezielt die Muskulatur aktiviert werden, die den Blasenverschluß unterstützt.

„Das Gerät funktioniert quasi wie ein Verstärker“, so Dr. Volker Viereck, Oberarzt an der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe der Universität Göttingen. Pro Minute würden bis zu 1800 Muskelkontraktionen erzielt.

Geprüft wurde das Verfahren bei 90 Frauen. Trainiert wurde zwölf Wochen lang zweimal pro Woche. Das Vibrationstraining dauerte acht Minuten pro Sitzung.
Mit diesem Verfahren zusätzlich zum herkömmlichen Beckenbodentraining wurden 80 Prozent der Frauen wieder kontinent. Mit herkömmlichem Training gelingt das bei deutlich weniger Frauen. (ikr)

Infos im Internet

Deutsche Kontinenz Gesellschaft – www.kontinenz-gesellschaft.de

Selbsthilfeverband Inkontinenz – www.selbsthilfeverband-inkontinenz.org

In einer gepflegten Haut fühlen Neurodermitiker sich am wohlsten

Konsequente Hautpflege zur Vermeidung neuer Schübe ist Grundlage der Therapie

Wörtlich aus dem Griechischen übersetzt bedeutet atopisches Ekzem „ungewöhnliches Aufkochen“. Wieso die Griechen diese Bezeichnung für die sicher bekannteste chronisch entzündliche Hauterkrankung wählten, ist fraglich. Fakt ist, das immer mehr Menschen von der Dermatose betroffen sind. Mit der richtigen Therapie läßt sich der Juckreiz meist in den Griff bekommen.

Besonders Säuglingen und Kindern macht die Erkrankung mit ihrem oft quälenden Juckreiz zu schaffen. In der ISAAC-(International Study on Atopy and Asthma in Children) betrug die Prävalenz bei 13- bis 14jährigen in Deutschland etwa sieben Prozent. Aber auch bei Erwachsenen trifft man immer wieder auf die typischen Hautveränderungen.

Die Krankheitsentstehung ist trotz aller wissenschaftlicher Fortschritte noch immer nicht ganz geklärt. Gesichert ist, daß mehrere Faktoren zusammenspielen und daß eine erbliche Veranlagung besteht. Folge ist eine Unterfunktion der Talg- und Schweißdrüsen, die über einen noch nicht genau bekannten Zwischenschritt zur allergischen Hautreaktion führt. Der Fettgehalt der Haut ist vermindert und die Barrierefunktion gestört.

Ein Grundproblem bei Neurodermitis ist deshalb die trockene Haut, die auf alles mögliche empfindlich reagiert: sei es der Wollpulli, das Schaumbad oder bestimmte Nahrungsmittel oder Streß: Die Haut wird trocken, spröde und spannt. Deshalb ist eine kontinuierliche spezielle Hautpflege besonders wichtig. Da Wasser der Haut noch weitere Feuchtigkeit entzieht, sollten Neurodermitiker allzu häufiges Waschen vermeiden. Bei der anschließenden Hautpflege gilt: Feucht auf feucht, fett auf trocken.

Auf entzündete Haut sollte keine fetthaltige Salbe aufgetragen werden, die die Wärmeabgabe behindert. Am besten läßt sich die gestörte Barrierefunktion mit rückfettenden Substanzen wieder herstellen. Hier gibt es eine ganze Palette an Präparaten, die verschiedene Wirkstoffe wie Linolsäure und Octadecadiensäure oder Harnstoff und Nachtkerzenöl enthalten.

Bei der symptomatischen Therapie im akuten Schub stehen an erster Stelle die Linderung des Juckreizes und die Eindämmung der Entzündung. Hier sind nach wie vor die Glukokortikoide in lokaler Anwendung eine sehr effektive Option. Neuerdings bietet sich als Alternative eine Therapie mit den Calcineurin-Hemmern Pimecrolimus oder Tacrolimus an, wobei diese Medikamente besonders zur Langzeitkontrolle geeignet sind.

Als weitere lokale Maßnahmen kommen besonders bei Kindern Gerbstoff- und Teerpräparate sowie Bufexamac in Betracht. Gerbstoffe wirken entzündungshemmend und juckreizlindernd. Neu auf dem Markt ist ein Hautpflegeprodukt mit dem Johanniskraut-Wirkstoff Hyperforin.
Zeitlich begrenzt können zur Unterstützung der Behandlung auch moderne orale Antihistaminika verwendet werden

Hefepilz läßt die Schuppen rieseln

Bei seborrhoischer Dermatitis sollte lokale Therapie nicht zu aggressiv sein

Die Haut juckt, rötet und entzündet sich, es bilden sich trockene weißgraue oder fettig-gelbliche Schuppen – eine seborrhoische Dermatitis an behaarter Kopfhaut, Gesicht, Brust oder Rücken haben etwa ein bis drei Prozent der Bevölkerung, junge Erwachsene sogar zwischen drei und fünf Prozent. Mitverursacher des Ekzems ist ein Pilz.

Der pathogenetische Zusammenhang zwischen Pityrosporum ovale und der Dermatose gilt heute weitgehend als gesichert. Zwar ist knapp jeder zweite hautgesunde Mensch Träger des Hefepilzes, bei Patienten mit seborrhoischer Dermatitis aber werden die Schmarotzer zu über 80 Prozent nachgewiesen.
Warum die Krankheit bei dem einen ausbricht und beim anderen nicht, ist noch nicht geklärt. Vermutet wird, daß sich diese Juckflechte bevorzugt bei entsprechend veranlagten Personen mit vermehrtem Talgfluß entwickelt.

Erfolgversprechend und meist ausreichend ist bei mäßig bis schwer erkrankten Patienten zunächst die lokale Behandlung mit Antimykotika aus der Gruppe der Azolderivate.

Bei stark entzündlicher Komponente werden auch kurzfristig Fettsalben oder Lösungen mit Glukokortikoiden aufgetragen. Außerdem bewähren sich Teerpräparate sowie Zinkpyrithion- oder Selendisulfid-haltige Shampoos. Die topische Therapie sollte wegen der leicht reizbaren Haut dieser Patienten wenig aggressiv sein.

Übrigens

Ist Eigenbluttherapie offenbar eine Option für Neurodermitiker. Diese unspezifische Reizbehandlung, bei der entnommenes Venenblut in die Muskulatur zurückinjiziert wird, ist von der Arbeitsgruppe um Professor Edzard Ernst von der Universität Exeter in Großbritannien bei 31 Patienten mit atopischem Ekzem erfolgreich erprobt worden (Br J Dermatol 148, 2003, 307).

Läßt sich mit Selen ein direkter immunmodulatorischer Effekt erzielen. Das hat Dr. Alireza Ranjbar aus Köln festgestellt, die 20 mittelschwer bis schwer an atopischer Dermatitis erkrankte Kinder drei Monate systemisch mit 15 oder 7,5 µg Selen pro Kilogramm Körpergewicht behandelt hat.

Müssen Eltern von Kindern mit Neurodermitis nicht befürchten, mit einer Impfung gegen Windpocken das atopische Ekzem zu verstärken. Erste Ergebnisse einer Studie belegen, daß die Vakzine zu über 90 Prozent immunogen wirkt, gut verträglich ist und 100prozentig vor einer Infektion schützt, ohne die Neurodermitis zu beeinflussen. Die Impfung wird auch bei schwerer Neurodermitis von der STIKO empfohlen.

Infos im Internet

Unter www.neurodermitis-akademie-hessen.de gibt es Infos über Neurodermitisschulungen, an der Kinder und ihre Eltern teilnehmen können.

Alte Menschen und chronisch Kranke profitieren von Impfungen besonders

Viele der jährlich 10 000 Influenza- und Pneumokokken-Todesfälle sind vermeidbar

Gerade bei Erwachsenen werden Schutzmöglichkeiten durch Impfungen nicht richtig ausgeschöpft. Und das, obwohl besonders ältere Menschen mit am meisten von Impfungen profitieren. So ließen sich viele der jährlich über zehntausend Todesfälle durch Pneumokokken und Influenza-Viren mit Impfungen verhindern.
Jeder Erwachsene braucht natürlich als Basis die alle zehn Jahre zu wiederholende Diphtherie- und Tetanus-Impfung. Zur Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) eine Tetanus-Diphtherie-Kombinationsvakzine (Td) empfohlen.

Ältere Menschen ab 60 Jahren sowie Risikopatienten jeden Alters etwa mit Herz-Kreislauf- und Lungenkrankheiten oder auch Diabetes sollten zudem gegen Pneumokokken und jährlich gegen Grippe geimpft werden. Die Wirksamkeit etwa der Grippe-Impfung wurde in den vergangenen Jahren in großen Kohortenstudien belegt, etwa in einer US-Studie mit 280 000 Menschen im Alter über 65 Jahre (NEJM 348, 1322, 2003).
Obwohl deutlich mehr ältere und kränkere Menschen zu den Impfgruppen gehörten, fand sich bei diesen im Winter im Vergleich zu Ungeimpften eine um 48 Prozent reduzierte allgemeine Sterberate.

Auch gab es bei den Geimpften 30 Prozent weniger schwere Atemwegskomplikationen und fast 20 Prozent weniger kardiale und zerebrovaskuläre Ereignisse. Herzkreislauf-Komplikationen werden durch Entzündungsproteine, freigesetzte Zytokine und veränderte Blutgerinnungsfaktoren bei Atemwegsinfektionen begünstigt. Durch Prävention solcher Infekte bietet die Grippe-Impfung also offenbar auch einen Schutz vor Herz- und Hirninfarkten.
Je nach persönlichem Risiko können bei Erwachsenen weitere Impfungen hinzukommen. So empfiehlt die STIKO bei chronischen Lebererkrankungen wie Fettleber, Zirrhose oder Hepatitis C die Impfungen gegen Hepatitis A und B. Viele ältere Menschen haben jedoch noch in ihrer Jugend eine Hepatitis A durchgemacht und dadurch eine Immunität erworben.

Bei allen, die vor 1950 geboren sind, rät die STIKO zu einem Test auf Hepatitis-A-Antikörper. Als weitere Impfung empfiehlt sie außerdem allen Personen, die in Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)-Risikogebieten Zecken ausgesetzt sind, die FSME-Impfung. (eis)

Reiseimpfungen sind schon für Österreich sinnvoll

Impfung gegen FSME wird in Osteuropa empfohlen / Für die Tropen ist der Schutz gegen Hepatitis A wichtig

Hepatitis A und B, Polio, Typhus und Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME ) gehören zu den wichtigsten Reise-Erkrankungen, die durch Impfungen vermieden werden können. Welchen Schutz Reisende brauchen, hängt dabei vor allem auch vom Reisestil ab.

Die FSME-Impfung ist – außer in Süddeutschland – in Österreich, Südschweden, im Baltikum und in vielen Ländern Osteuropas indiziert. Für Aufenthalte in Endemiegebieten außerhalb Deutschlands ist sie eine empfohlene Reiseimpfung und muß dabei von den Impflingen selbst bezahlt werden.
Bei Reisen in die Tropen und Subtropen wird außer Polio vor allem die Hepatitis-A-Impfung empfohlen. Ein hohes Risiko besteht nach Angaben der US-Seuchenbehörde CDC in Afrika, Süd- und Mittelamerika, Südostasien einschließlich China sowie in Grönland.

Ein mittelhohes Infektionsrisiko meldet die CDC aus Osteuropa, der Sowjetunion und der Türkei.

„Bei längerem Aufenthalt oder engem Kontakt zur Bevölkerung“, empfiehlt die Ständige Impfkommission in Endemieländern zudem die Hepatitis-B-Impfung. Ein hohes Risiko besteht nach CDC-Angaben in ganz Afrika mit Ausnahme der Mittelmeeranrainer-Staaten, in Teilen von Brasilien, Kolumbien, Venezuela und in Peru, zudem in Saudi-Arabien, Südostasien einschließlich China sowie den GUS-Staaten in Mittelasien.

Die Typhus-Impfung wird bei Reisen in die Tropen und Subtropen unter schlechten hygienischen Bedingungen empfohlen. In Ländern mit hoher Gefährdung durch streunende Hunde – etwa Brasilien, Indien und Thailand – ist zudem der Tollwutschutz zu erwägen.

Von einigen Reiseländern werden außerdem für die Einreise Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Meistens ist das der Gelbfieber-Schutz. Aber auch eine Impfung gegen Cholera kann gelegentlich in einigen Ländern verlangt werden. Und Saudi-Arabien schreibt allen Pilgern nach Mekka die Meningokokken-Impfung vor. (eis)

Kindern und Jugendlichen fehlt oft der Masern- und Hepatitis-B-Schutz

Ältere Kinder brauchen zudem eine Pertussis- und häufig eine Windpocken-Impfung

Jeder Patienten-Kontakt sollte genutzt werden, um den Impfstatus zu überprüfen. Dieser Rat der Ständigen Impfkommission (STIKO) gilt besonders für Kinder und Jugendliche. Zwar haben Kombinationsvakzinen dazu beigetragen, die Impfraten bei Säuglingen zu verbessern. Doch immer wieder fällt auf, daß Kinder nicht zeitgerecht geimpft werden und mit zunehmendem

Alter Auffrischimpfungen fehlen

Vor allem auch durch die Sechsfachimpfstoffe sind die Impfraten bei Säuglingen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Polio, Haemophilus influenzae b und Hepatitis B enorm verbessert worden. Diese Vakzinen sind jedoch nicht für ältere Kinder zugelassen. Wurden die Impfungen oder ein Teil davon in den ersten Lebensjahren versäumt, dann muß mit anderen Vakzinen geimpft werden.

Nur 30 Prozent der Kinder hat die zweite MMR-Impfung

Große Impflücken gibt es bei Masern, Mumps und Röteln (MMR). Etwa 70 Prozent der Kleinkinder haben nach STIKO-Angaben die erste und nur noch 30 Prozent die zweite Impfung erhalten. Durch den mangelnden Impfschutz kommt es hierzulande immer wieder zu Masern-Ausbrüchen mit tausenden Erkrankten und auch einigen Toten.

Wie andere Impfungen auch, muß der fehlende MMR-Schutz bei Kindern und Jugendlichen nachgeholt werden. Bei Masern-Ausbrüchen rät die STIKO zudem zu Riegelungsimpfungen.

Das heißt, wenn ungeschützte Kinder oder Erwachsene etwa in Schulen, Kindergärten oder anderen Gemeinschaftseinrichtungen mit Kranken in Kontakt kommen, dann sollten sie binnen drei Tagen geimpft werden.

Für Jugendliche sind viele Auffrischungen vorgesehen

Wichtig sind zudem die Auffrisch-Impfungen gegen Diphtherie und Tetanus bei Kindern und Jugendlichen im Alter von fünf bis sechs sowie von neun bis 17 Jahren. Neun- bis 17jährigen wird zudem eine Pertussis-Auffrischimpfung empfohlen.

Jugendliche brauchen zudem eine Hepatitis-B-Grundimmunisierung, wenn diese nicht schon im Säuglingsalter erfolgt ist. Und wer bis zum Alter von zwölf bis 15 Jahren noch keine Windpocken hatte, dem wird zum Varizellen-Schutz geraten.

Zusätzlich zu den Standardimpfungen können etwa bei chronisch kranken Kindern noch einige Indikationsimpfungen hinzukommen. So etwa die Pneumokokken- und die jährliche Influenza-Impfung bei Lungen- oder Herzkreislauf-Krankheiten und bei Diabetes.

Bei Immunschwäche sowie bei regionalen Ausbrüchen wird zur Meningokokken-C-Impfung geraten. Und in FSME-Risikogebieten, die vor allem in Süddeutschland zu finden sind, sollten Kinder wie Erwachsene auch gegen die Zeckenkrankheit geschützt werden

Infos im Internet

Die STIKO-Empfehlungen und weitere Informationen finden sich auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts:

Empfehlungen der STIKO .

Arzneien stärken erfolgreich die Potenz

Etwa jeder fünfte Mann in Deutschland hat eine erektile Dysfunktion (ED). Im Schnitt warten die Betroffenen mehr als drei Jahre, bis sie deswegen einen Arzt konsultieren. Dabei kann ihnen ein Arzt meistens helfen: Denn bei einer schwachen Potenz gibt es jetzt vier effektive Substanzen zur oralen Therapie.
In einer weltweiten Studie mit über 32 000 Männer hat sich in Deutschland eine ED-Prävalenz von 22 Prozent ergeben, eine Zahl, die in anderen europäischen und nordamerikanischen Ländern ähnlich hoch ist. Eine gute Nachricht für Männer mit ED: Die allermeisten sprechen auf oral anwendbare Arzneien gut an.
Inzwischen gibt es mehrere effektive Arzneien zur oralen ED-Therapie:3 blockieren das Enzym Phosphodiesterase-5 (PDE-5) im Schwellkörper, entspannen die glatte Penismuskulatur und verbessern damit die arterielle Perfusion.

Sie verbessern die Potenz bei etwa 80 Prozent der ED-Patienten. Der vierte wirkt über einen anderen Weg: Der Dopamin-Agonist stimuliert Rezeptoren im Erektionszentrum des Gehirns und verstärkt den natürlichen Erektions-mechanismus.

Wirkt eine orale Therapie nicht genug, kann die Schwellkörper-Autoinjektionstherapie (SKAT) helfen. Dabei injizieren Männer 2 bis 4 Substanzen in den Penis
Eine Alternative zu SKAT ist MUSE, bei der ein Wirkstoffpellet in die Harnröhre eingeführt wird und sich dort auflöst. Wenn keine Arzneien wirken, etwa bei Schäden der glatten Penismuskulatur oder des kavernösen Verschlusses, sind Vakuumpumpen und Penis-Implantate Optionen. (mut)

Nicht zu rauchen – auch das hilft gegen neue Schübe

Befinden sich Patienten mit Morbus Crohn in der Phase der Remission, sind sie also symptomfrei, besteht keine Indikation zur generellen
remissionserhaltenden Pharmakotherapie, heißt es in den neuen DGVS-Leitlinien zu Morbus Crohn.

Die Entscheidung zur remissionserhaltenden Therapie und die Wahl der Medikation würden vielmehr unter Berücksichtigung des individuellen Krankheitsverlaufs und des spezifischen Risikoprofils getroffen. Besonders indiziert sei demnach eine remissionserhaltende Therapie bei steroidabhängiger oder chronisch-aktiver Erkrankung sowie bei Fisteln.

Wichtig ist immer auch, Morbus-Crohn-Kranke, die rauchen, zum Zigaretten-Verzicht zu bewegen. Aufs Rauchen zu verzichten, hat für den Erhalt von Remissionen einen ähnlichen Effekt wie eine Pharmakotherapie, so die Leitlinien-Autoren.

Eisenmangel begleitet oft die Darmentzündung

Tips, welche Vitamine und Spurenelemente kontrolliert werden sollten – auch bei beschwerdefreien Patienten

Um Mangelerscheinungen früh zu erkennen, sollten bei Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa einmal pro Jahr die Serumspiegel etwa von Eisen, Ferritin, Vitamin B12 oder Zink kontrolliert werden.

Dies gelte auch bei beschwerdefreien Patienten, so Dr. Heiko C. Rath von der Universität Regensburg (Versicherungsmedizin 54, 1, 2002, 16).
Häufig ist etwa ein manifester Eisenmangel. Er läßt sich bei 25 bis 80 Prozent der Patienten feststellen. Folgen sind etwa eine mikrozytäre Anämie mit Abgeschlagenheit, Mundwinkelrhagaden, Sodbrennen, Glossitis und brüchige Fingernägel.

10 bis 40 Prozent der Patienten fehlt Kalzium. Eine Osteomalazie kann die Folge sein.

Eine makrozytäre Anämie ist auf einen Mangel an Vitamin B12 zurückzuführen. Einen Vitamin B12-Mangel haben 35 bis 60 Prozent der Patienten mit Morbus Crohn, aber nur fünf Prozent der Colitis-ulcerosa-Kranken.

30 bis 65 Prozent der Patienten mit chronisch-entzündlicher Darmerkrankung haben einen Folsäure-Mangel. Dieser sei mit Entzündungen im Jejunum assoziiert oder mit Resorptionsstörungen bei einer Therapie etwa mit Salazosulfapyridin oder Immunsuppressiva, so Rath. Klinische Symptome sind etwa megaloblastäre Anämie oder Mukositis.

40 bis 55 Prozent der Patienten mit Morbus Crohn fehlt Zink. Ursache können Resorptionstörungen im Duodenum und proximalen Jejunum sein, aber auch mangelnde Zufuhr oder vermehrter intestinaler Verlust. Folgen sind etwa Akrodermatitis, Wundheilungs-, Wachstums- und Geschmackstörungen.
Weitere Mangelerscheinungen sind Magnesiummangel oder der Mangel an Vitamin A, E, K und C oder an Selen. (mal)

Weihrauch-Harz hilft bei M. Crohn

Bei Crohn-Schüben können mit einem Extrakt aus dem Harz des indischen Weihrauchbaumes Boswellia serrata Remissionen ähnlich effektiv induziert werden wie mit Mesalazin.

Das haben Gastroenterologen in Heidelberg festgestellt. In einer Studie hatten sie Patienten acht Wochen lang mit täglich 4,5 g Mesalazin oder 3,6 g des Boswellia-Extraktes H15 behandelt.

Infos im Internet

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) zu M. Crohn und Colitis ulcerosa finden sie hier: www.dgvs.de

www.dccv.de ist die Seite der DCCV, der Deutschen Morbus Crohn/Colitis ulcerosa-Vereinigung, www.ilco.de die der Deutschen ILCO, der Deutschen Vereinigung der Stomaträger.

www.kompetenznetz-ced.de ist die Adresse des „Kompetenznetz Chronisch-Entzündliche Darmerkrankungen“.

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Anzeichen und Verlauf der Nervenerkrankung können jedoch von Fall zu Fall so unterschiedlich sein, dass man sie auch als „Erkrankung mit tausend Gesichtern“ bezeichnet.
Multiple Sklerose ist die häufigste Erkrankung des Nervensystems im jungen Erwachsenenalter. Auslöser für die Multiple Sklerose sind Entzündungen an den Marktscheiden der Nervenfasern des zentralen Nervensystems. Deren Ursachen sind noch nicht genau bekannt. Die Krankheit ist nicht heilbar, jedoch kann der Verlauf durch verschiedene Maßnahmen oft günstig beeinflusst werden.
Multiple Sklerose kann sich durch vielfältige Symptome äußern, z. B. durch

  • Sehstörungen
  • Gefühlsstörungen der Haut
  • Nervensschmerzen
  • Muskellähmungen

Meistens verläuft die Multiple Sklerose in Schüben und führt erst nach längerer Zeit zu einer zunehmenden Behinderung. Eine individuell angepasste Therapie kann das Fortschreiten der Nervenerkrankung jedoch verlangsamen und die Intensität der Schübe mindern. Dabei ist es wichtig, auch die Multiple Sklerose Symptome zu behandeln und den Einsatz von Medikamenten in ein ganzheitliches Konzept einzubinden. So ist eine möglichst hohe Lebensqualität für die Betroffenen zu erreichen.

Die Multiple Sklerose ist in verschiedene Bereiche gegliedert

Ein akuter Schub erfordert kurzfristige Maßnahmen, um die mit dem Schub verbundenen Symptome zu bekämpfen.
Daneben erfolgt eine Dauerbehandlung, um das Fortschreiten der multiplen Sklerose zu hemmen.
Zusätzlich kommen weitere Maßnahmen gegen störend oder einschränkend wirkende Multiple Sklerose Beschwerden zum Einsatz.

Da die Multiple Sklerose sehr unterschiedliche Verläufe zeigt, ist eine individuelle Prognose nicht möglich. Allgemein sind die Aussichten jedoch besser als oft angenommen. Auch nach längerem Krankheitsverlauf sind viele Betroffene noch berufstätig oder arbeiten relativ uneingeschränkt im Haushalt. In sehr seltenen Fällen verläuft die Multiple Sklerose gutartig, also mit wenigen Schüben und nur sehr geringer Behinderung.

Webseiten zu Multipler Sklerose

www.apotheken-umschau.de/Multiple-Sklerose
www.leben-mit-ms.de/
www.onmeda.de/krankheiten/multiple_sklerose/

Schilddrüse – Kleines Organ mit großer Wirkung

Alles im Lot?

Unter allen Organen in unserem Körper ist es vor allem die Schilddrüse die unsere Leistungsfähigkeit und Vitalität bestimmt. Ihre zentrale Stellung im Hormonstoffwechsel beeinflusst Körper und Psyche gleichermaßen. Es ist das wichtigste Steuerorgan des gesamten Stoffwechsels. Ein Ungleichgewicht zwischen Hormonbedarf des Körpers und Hormonnachschub durch das Organ führt zu häufig wahrgenommenen Störungen. Bei überschießender Hormonbildung spricht man vom „Überfunktionstyp“ der beispielsweise unter Nervosität, Schlafstörung, Gewichtsverlust und Haarausfall leidet. Bei Mangelversorgung dem sogenannten „Unterfunktionstyp“ sind die häufigsten Symptome Kälteempfindlichkeit, Müdigkeit, Konzentrationsstörung, Gewichtszunahme, Verstopfung und depressive Verstimmungen.
Erste Möglichkeiten zur Schilddrüsenabklärung sind die Ultraschalluntersuchung sowie die labortechnische Bestimmung des TSH-Wertes (Thyroidea-stimulierendes Hormon). Das TSH ist ein Steuerhormon aus der Hirnanhangsdrüse, dass die Schilddrüse zu mehr Leistung antreibt. Sinken die Konzentrationen an Schilddrüsenhormon freies Thyroxin (Ft4) und freies Tri-jod-Thyronin (Ft3) im Blut, so wird im Körper die TSH-Produktion angeregt. Ein erhöhter TSH-Wert deutet demnach auf eine Schilddrüsenunterfunktion hin und umgekehrt ist ein erniedrigter TSH Wert ein Indiz für eine Schilddrüsenunterfunktion. Jeder dritte Deutsche leidet an einer Schilddrüsenerkrankung. Insbesondere chronische Erkrankungen wie z.B. Hashimoto Thyreoditis sowie Morbus Basedow sind für die Betroffenen und Angehörigen sehr belastend. Hier kann das Buch „Nicht alles im Lot“ hilfreiche Informationen bieten. Es stellt die verschiedenen Erkrankungen vor und schildert Erfahrungsberichte von Betroffenen. Es ist in allgemein verständlicher Sprache abgefasst.

Bezugsquelle: Schilddrüsen-Liga Deutschland e.V.
ISBN: -13:978-3-00-019412-2
Preis: 14,80€

Link: www.schilddruesenliga.de

Infos im Internet

Informationen von Spezialisten gibt es bei der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: www.dgn.de und bei der Arbeitsgemeinschaft für neurologische Intensivmedizin: www.anim.de.

Was bringt Lebensstil-Änderung?

Verzicht auf fettes Essen lindert Beschwerden / Erosionen heilen aber nicht besser ab

Viele Patienten mit Refluxkrankheit wollen selbst einen Beitrag zur Linderung ihrer Beschwerden leisten. Was sollten Hausärzte dann zu Möglichkeiten und Effizienz nichtmedikamentöser Maßnahmen wissen, die immer eine – oft schwer realisierbare – Änderung des Lebensstils bedeuten?
Alle Verhaltensmaßregeln haben zum Ziel, den Säurereflux zu minimieren und die ösophageale Clearance zu bessern, so Dr. Dieter Schilling und Professor Jürgen F. Riemann (Der Internist 1, 2003, 21).

Dazu gehören:
Die Empfehlung, mit erhöhtem Kopfende zu schlafen: Davon profitiert wohl nur ein kleiner Teil der Reflux-kranken Patienten, so die Kollegen aus Ludwigshafen. Das Meiden fetter Speisen, von Schokolade, Alkohol, Rotwein, Zitrusfrüchen, aber etwa auch von Tomatenprodukten: Diese Maßnahmen führen zu einer Besserung der Beschwerden, nicht aber dazu, daß Läsionen im Ösophagus abheilen.

Gewichtsreduktion: Bisher sind die Aussagen zur Effizienz dieser Maßnahmen noch uneinheitlich, so Schilling und Riemann.

Nikotinkarenz: Auch diese Maßnahme führt nur zu einer geringen Linderung der Symptome und zu einer marginalen Veränderung der Refluxläsionen.
Steigerung der Salivation etwa durch Kaugummikauen: Kaugummikauen bis eine Stunde nach dem Essen reduziert den gastroösophagealen Reflux sowohl bei Gesunden als auch bei Reflux-Patienten, berichten Schilling und Riemann. Dagegen reduziert Spazierengehen ungefähr eine Stunde nach dem Essen nur bei Reflux-Patienten den Reflux.

Viel Aktuelles zu Barrett-Ösophagus und Reflux

Refluxkrankheit und Barrett-Ösophagus: Diesen Krankheiten haben PD Dr. Thorsten Pohle und Professor Wolfram Domschke ihr Buch gewidmet.
Unter anderen geht es dabei auch um den Einfluß von H. pylori auf Entstehung und Verlauf der Refluxkrankheit und um endoskopische Therapie bei Barrett-Ösophagus.
„Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) – Barrett-Ösophagus“, Thorsten Pohle und Wolfram Domschke (Hrsg.), Uni-Med Science, 2002, 112 S., 58 Abb., ISBN 3-89599-658-0; 44,80 Euro

Infos im Internet

www.dgvs.de ist die Adresse der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Unter www.gastro-liga.de findet sich die Gastro-Liga mit Newsletter und etwa auch der Möglichkeit zur Bestellung von Broschüren für Patienten.
www.ukl.uni-freiburg.de enthält Infos des „Nationalen Referenzzentrums Helicobacter“ etwa zum Anteil Metronidazol- oder Clarithromycin-resistenter Helicobacter-pylori-Isolate in Westeuropa.